Mittwoch, 28. Oktober 2015

Teamösterreich! Hilf denen die deine Hilfe brauchen

Hallöchen ihr Lieben! :)

Wie angekündigt will ich euch gerne mehr über meine zweite Nacht im Flüchtlingslager erzählen, die ich heute hinter mich gebracht habe. Ich hab mich ehrlich auch super gefreut, dass euer Interesse dafür so groß war ;)

Wie kam ich denn überhaupt dazu, mal in einem Flüchtlingslager auszuhelfen? Ganz einfach, meine beste Freundin und ihr Freund sind ehrenamtliche Mitglieder des Roten Kreuzes, also bei der Rettung hier. Da diese oft in Lagern aushelfen, hab ich direkt mal die Chance genutzt und bin mitgefahren, da ich mir das unbedingt mal selbst ansehen wollte, und auch sehr gerne helfen wollte! Ich hab ja keine Ausbildung in diesem Bereich (wie eben die Mitarbeiter vom Roten Kreuz), so bot sich mir die Möglichkeit mich online beim "Teamösterreich" anzumelden, und ebenso online für Dienste einzutragen.
Das erste mal war ich vor ein paar Wochen dort, ebenso Nachtdienst (20-6 Uhr). Damals war es aber wirklich sehr ruhig, und wir haben nicht viel gemacht außer ein paar Betten getragen und gezählt, und so Kram.

Das war gestern komplett anders! Da momentan ja wieder absolutes Chaos herrscht, und wieder sehr, sehr viele Flüchtlinge aufm Weg nach Österreich bzw. Deutschland sind, war mir von Anfang an klar, dass mehr los sein würde.
Das Lager, in dem ich war, ist ein Transitlager, das heißt dass die Flüchtlinge bzw. Asylwerber dort nur für ein paar Tage oder auch nur eine Nacht bleiben, damit sie mal versorgt sind und sich ausruhen können, und dann direkt weiterstarten können, dorthin wo sie eben hin wollen.
Begonnen hab ich gestern um 18 Uhr, und es hat direkt Arbeit auf uns gewartet. Ich wurde mit meiner besten Freundin an der Meldezentrale eingeteilt, als ihr kleines Helferlein. Dort werden alle Mitarbeiter registriert und angemeldet, und alles Organisatorische geklärt. Das heißt man trägt jeden einzelnen Mitarbeiter in eine Liste ein, überprüft wer hier ist und dass niemand von der "Blacklist" zum Dienst antreten kann. Das alleine ist zumindest bei der Dienstübergabe schon richtig viel Arbeit. Ebenso kommen dort die Flüchtlinge oder Asylwerber hin, wenn es Fragen gibt oder Ähnliches.
Wir hatten dort eigentlich immer einen Dolmetscher an unserer Seite, da unser Englisch alleine meistens nicht für eine gute Kommunikation reichte. (spricht ja kaum jemand)
Besonders schrecklich fand ich gestern die vielen Vermisstenanzeigen, denn auch die werden in der Meldezentrale entgegen genommen.
Momentan herrscht ja in Slowenien wieder übelstes Chaos, und so passiert es wohl nicht selten dass Familienmitglieder verloren gehen. Für mich ist alleine die Vorstellung, in dieser schweren Zeit auch noch Teile der Familie oder auch die ganze Familie zu verlieren, da man getrennt von einander geschickt wird, schrecklich, und ich fühlte ehrlich mit jeder einzelnen Person mit.